St. Jacobi

Wehrkirche aus dem 13. Jahrhundert.



Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: ca. 13. Jh.

Beschreibung


Die kleine Dorfkirche wurde im 13. Jahrhundert als Wehrkirche errichtet – unverkennbar an den Schießscharten im Turm. Da die Altarplatte aus spätromanischer Zeit stammt, kann möglicherweise an dieser Stelle zu jener Zeit schon eine Vorgängerkirche gestanden haben.
In zwei weiteren Bauabschnitten wurde die Kirche nach Osten verlängert – erkennbar an der „Naht“ der verschiedenfarbigen Porphyrquader an der Südseite.
Das Porphyr stammte wohl aus dem Steinbruch nahe Osterode.
Die Jahreszahl 1680 an dem südöstlichen Stützpfeiler markiert den Zeitraum des Emporenbaus und damit auch den Aufbau des Fachwerkes. Ebenfalls Ende des 17. Jahrhunderts entsteht die barocke oktogonale Turmhaube mit Glockenstuhl (zwei Glocken) und historischem Einzeiger-Uhrwerk.
Die drei gotischen Skulpturen an den Pfeilern zeigen Maria mit Jesus, Katharina von Siena sowie den Namenspatron der Kirche, Jakobus den Älteren – diese Figuren waren bis zum Umbau 1960 in einem barocken Kanzelaltar integriert.
Das Epitaph im Turmraum zeigt einen Wiegersdorfer Parrer mit seiner Familie; ein Ölbild, das im Jahr 1635 gemalt wurde. Nach der gespendeten aufwändigen Sanierung des Originals entschloss sich der Kirchenvorstand wegen der notwendigen klimatischen Verhältnisse und der gebotenen Sicherheit, das Bild als Dauerleihgabe an das Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen zu übergeben. Im Turmraum ist heute eine Replik des Originals zu sehen.
Orgel und Taufbecken entstanden Ende des 19. Jahrhunderts; ein in den Unterlagen von 1908 erwähnter Taufengel, der „sorgfältig aufbewahrt“ sein soll, ist leider genauso verschwunden wie der barocke Deckenleuchter. Mit dem Umbau im Jahr 1960 wurden die zuvor durchgängigen Emporen gekürzt, der Kanzelaltar abgebaut und aus statischen Gründen eine aus Ziegeln gemauerte Mittenteilung errichtet, um den Querunterzug abzufangen.
Die zwei Chorfenster wurden geschlossen, zwei Glaswände schufen nach damaliger Planung einen homogeneren Kirchenraum und die Möglichkeit einer Sakristei.
Die für damaligen Verhältnisse angesehene Modernisierung hatte allerdings nur zur Folge, dass der Altarbereich nun deutlich dunkler wurde.
Mit der Innensanierung im Sommer 2002 wurde die Elektrik erneuert, ein morscher Emporenbalken ersetzt, der Rückbau der Glaswände und der zugemauerten Fenster durchgeführt und das Kirchenschiff komplett farblich – in Anlehnung an die bereits vorgefundene Farbgebung – neu gestaltet.
Die Deckenlaternen sollen den Bezug zur historischen Wehrkirche wieder aufnehmen, die Wandöffnung mit Rundbogen soll Weite und Raum schaffen.
Die Kirchengemeinde hofft – unter Achtung der historischen Dimension – einen freundlichen und einladenden Raum geschaffen zu haben, der nun der Kirche als gottesdienstlicher Raum, aber auch als kirchenmusikalisches Kleinod ihre verdiente Würde zurückschenkt.